Alle wollen wohnen

Vom 14. September bis zum 30. Oktober 2016 zeigt das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) die Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar.“ auf dem Clouth-Gelände in Köln.

Wohnen wollen alle Menschen. Doch nach Jahren eines ausgeglichenen Wohnungsmarktes sind „bezahlbare“ Wohnungen für einen großen Teil unserer Gesellschaft wieder zu einer Mangelware geworden. Und das nicht erst seitdem mehr Menschen nach Deutschland flüchten. Die Gründe dafür sind vielfältig: der gesunkene Bestand im sozialen Wohnungsbau; gestiegene Standards und Baukosten; Grundstücke sind ein rares Gut – insbesondere in den Städten, in denen immer mehr Menschen leben möchten. Hinzu kommt: Heute beanspruchen wir pro Kopf fast vier Mal so viel Wohnfläche wie um das Jahr 1900. Im Zeitalter der Digitalisierung rücken Arbeiten und Wohnen wieder enger zusammen und veränderte Familienstrukturen sowie Lebensstile erfordern andere Grundrisslösungen als „Küche. Diele. Bad.“.

Fünf Häuser – fünf Themen

Das Ausstellungslogo.

Das Ausstellungslogo.

Einen Blick auf all diese Facetten des Wohnens wagt das M:AI mit „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“. In der Ausstellungshalle werden fünf thematische Häuser zu sehen sein:

„Küche. Diele. Bad“: Gesellschaftlicher Wandel prägt entscheidend Vorstellungen und Ansprüche ans Wohnen

„Die Akteure“: Hier geht es um Architekten und Planer, aber auch um Bauherrn, kommunale Wohnungsträger, Genossenschaften, Baugruppen, Bewohner, Mieter.

„Recht auf Wohnen“: Rechtliche Grundlagen und die Entwicklung des Baurechts seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bestimmen entscheidend den Wohnungsbau.

„Das Haus“: Erläutert werden hier die unterschiedlichsten Wohnungsbau-Typologien: vom Wohnblock zur Wohnzeile zum Wohnhochhaus.

„Wohngebiete“: Die Städte und Ballungsräume entwickeln sich besonders an den Rändern. Siedlungen, erst recht Großsiedlungen der 1970er, haben ein schlechtes Image – die einst gepriesene „Kultur durch Dichte“ ist wieder Thema.

Dabei stehen die unterschiedlich gestalteten Häuser in Verbindung miteinander, gleichzeitig beziehen sie gemeinsam ihre Umgebung mit ein: die Halle und auch das Baugebiet Clouth-Gelände. Was Besucher in der Ausstellung studieren können, lässt sich bei einem Blick auf das Gelände erfahren und erleben. So verdeutlicht die Ausstellung vor Ort, wie Wohnbau umgesetzt wird und welche Wechselwirkungen zwischen den Bereichen bestehen. Begleitend zur Ausstellung wird es ein umfangreiches Programm geben, unter anderem Filmabende zum Thema Wohnen.

Wohnen und Wohnbau im Wandel

Das Areal der ehemaligen Gummiwerke Clouth ist das zurzeit größte Wohnungs-Neubaugebiet der Stadt Köln, wo sowohl geförderter als auch frei finanzierter Wohnungsbau realisiert wird. Dabei mischen sich  Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser und umgenutzte Industriearchitektur. Das M:AI veranschaulicht dort, was das Wohnen und seine bauliche Gestalt bestimmt sowie wer und welche Faktoren den Wohnungsbau beeinflussen. Dabei blickt die Ausstellung auch zurück auf die Geschichte des sozialen und geförderten Wohnungsbaus, denn diese ist in Deutschland in großen Teilen eine „Erfolgsgeschichte“. Manches heute so neu anmutende Konzept haben bereits die Reformarchitekten um 1900 und Architekten wie Martin Wagner, die Gebrüder Taut und Ernst May diskutiert und umgesetzt. Die Siedlungsanlagen der 1920er und -30er Jahre, aber auch die umstrittenen Siedlungen der Nachkriegszeit, die ein vielfältiges Potenzial bergen, bilden heute eine wichtige Grundlage zur Lösung der drängenden Wohnungsfragen.

Die Ausstellung: „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar.“

Ort: Clouth-Gelände (Halle 18), Zugang über Xantenerstraße zwischen Kalkarer Straße und Kretzerstraße, Köln-Nippes

Laufzeit: 14. September bis 30. Oktober 2016

Öffnungszeiten der Ausstellung: Di, Mi, Fr, Sa, So von 11 – 18 Uhr / Do von 11 – 19 Uhr

Konzept der Ausstellung: M:AI Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, Peter Köddermann, Dr. Karen Jung

Ausstellungsarchitektur: n/ t/ k/ nowakteufelknyrim GmbH

Der Ausstellungsflyer zum Download
Das Begleitprogramm zum Download


Gefördert durch (Projektpartner):

Ministerium-fuer-bauen-wohnenNRW-BANKWohnungswirtschaft-Westen


Partner vor Ort:

moderne-stadtGAG_Logo_NEU_4c_RZ3f_logo_2014Stadt-Koeln


Programmpartner:

AFR_LogoHaus-der-ArchitekturStadtBauKultur-Logo


Medienpartner:

kwest

 

Presseinformationen und Fotos

Fotos der Halle: M:AI/ Timo Klippstein.

Dokumentarfilm

Die Stadt als Beute

Stadt ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Raum für Spekulation. Andreas Wilckes Film „Die Stadt als Beute“ macht das am Beispiel Berlin nur zu deutlich. Das M:AI freut sich, den Film passend zum Thema von „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ am 5. Oktober 2016 in der Ausstellung zu zeigen.

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Aufruf zur Dichte
Foto: © AKNW

„Stadt wollen“ – Architektenkammer NRW zeigt großes Schaumodul zur Urbanität

Anlässlich der Ausstellung „Alle wollen wohnen. Sozial.Gerecht. Bezahlbar“ des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) stellt die Architektenkammer NRW am heutigen Dienstagabend 20 pointierten Thesen zur Zukunft des urbanen Wohnens und zur Stadtentwicklung mit dem Aufruf „Stadt wollen!“ der interessierten Öffentlichkeit vor – kondensiert auf einem großen Schaumodul im Düsseldorfer Haus der Architekten. 

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