Schattenwurf

Bewusst zurückgenommen: So wirkt die mit Airbrush-Technik aufgetragene, hochpigment graue Acrylfarbe des „Schattenwurfs“ von Raimund Kummer hinter der gläsernen, farbig gefassten Südfassade des Audimaxes am Standort Kamp-Lintfort.

Die Herausforderung des Kunst-und-Bau-Wettbewerbes des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW bestand darin, die beiden unterschiedlichen Standorte der Hochschule Rhein-Waal Kleve und Kamp-Lintfort über die Kunst zusammenzuführen. Mit seiner zweiteiligen Arbeit ging der Berliner Künstler Raimund Kummer als Sieger aus dem 2012 ausgelobten Wettbewerb hervor. Beide Werke sind ebenso autarke und in sich selbstständige Kunstwerke, wie sie inhaltlich miteinander verbunden sind.

Mit dem „Schattenwurf“ bezieht sich Raimund Kummer formal auf den Klever „Schattenwerfer„. Bot sich dem Künstler am Campus in Kamp-Lintfort räumlich und architektonisch doch eine andere Situation. Dort galt es ein Kunstwerk zu schaffen, dass mit der vorspringenden Rückwand des Audimaxes und dem engen Abstand zwischen dieser Wand und der Glasfront umgehen konnte. Und zugleich sollte sich im Kontrast zur farbigen Außenfassade des Gebäudes eine künstlerische Präsenz entfalten. Während am Klever Standort die grüne Struktur des Kunstwerks eine betonte Beziehung zur unfarbigen Außensituation betont, entfaltet die betonte Unfarbigkeit der amorphen Struktur des „Schattenwurfs“ im Raum und im architektonischen Kontext besonderen Eindruck.

Auf der Website des BLB heißt es zu beiden Kunstwerken: „Beide Arbeiten, ‚Schattenwurf‘ und ‚Schattenwerfer‘, spielen in ihrer offenen, organischen Form mit vielfältigen Bezügen zwischen Naturwissenschaft und Kunst bzw. kreativem Denken und Handeln. Zugleich sind beide Werke – jeweils einzeln wie auch im Zusammenspiel – ein eindrucksvolles Plädoyer für Offenheit und Neugierde im Denken, der Grundlage wissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Arbeit.“

Das Kunstwerk ist Tag und Nacht von außen betrachtbar. Das Gebäude des Audimaxes ist nur während der Öffnungszeiten begehbar. Informationen auf der Homepage oder unter: +49 2842 908 25 – 0.

Weitere Kunst am Bau-Projekte finden Sie auf unserer Themenseite.

SCHATTENWURF, 2014, HOCHSCHULE RHEIN-WAAL, STANDORT KAMP-LINTFORT

Angaben zur Kunst

Material: Acrylfarbe, Airbrush-Technik

Maße: 10m X 15,60m

Künstler:
Prof. Raimund Kummer, Berlin

Raimund Kummer, geboren 1954, studierte 1972 – 1975 Philosophie und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin und parallel von 1972 – 1977 an der Hochschule der Künste Berlin, zuletzt als Meisterschüler von Fred Thieler. Nach dem Studium gründete er zusammen mit Hermann Pitz und Fritz Rahmann die Künstlergruppe Büro Berlin (bis 1987). Die Mitglieder der Gruppe wurden in den 1980er Jahren insbesondere mit temporären Arbeiten im öffentlichen Raum bekannt. In diesem Zusammenhang hielt sich Kummer in den 1980er Jahren zu längeren Studienaufenthalten in New York und Paris auf, von 1992 bis 1995 in Rom.

1995 wurde Raimund Kummer auf eine Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig berufen. Zudem ist Kummer seit 2007 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (Sektion Bildende Kunst).

Der Künstler lebt und arbeitet heutzutage in Berlin und Ripatransone/ Italien.

Angaben zum Verfahren

Auftraggeber:
Land Nordrhein-Westfalen
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Düsseldorf

Art des Verfahrens: 
beschränkter Wettbewerb, 2012

Bildrechte:
Gottfried Evers (eve).

Angaben zur Architektur

Baumaßnahme
Neubau der Hochschule Rhein-Waal am Standort Kamp-Lintfort

Standort:
Hochschule Rhein-Waal
Standort Kamp-Lintfort
Friedrich-Heinrich-Allee 25
47475 Kamp-Lintfort

Ansprechpartner:

Architekt:
nps tchoban voss
pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück
mvo Michael van Ooyen, Architekt

Planungs- und Bauzeit: 
2011/ 2014

Beschreibung:

Die Hochschule Rhein-Waal entwickelte sich nach Ihrer Gründung 2009 rasant. Bereits mehr als 6.000 Studierende sind in insgesamt 25 möglichen Bachelor- und zehn Masterstudiengängen in den Bereichen Naturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Technik, sowie im Bereich Gesellschaftswissenschaft, Sozial- und Gesundheitswissenschaft eingeschrieben.

Die ursprünglichen Standorte erforderten eine zeitnahe Expansion und Suche nach neuen Campusstandorten. Die Fakultäten Technologie und Bionik, Life Sciences sowie Gesellschaft und Ökonomie konnten im September 2012 den neuen modernen Campus rund um den Spoykanal am Standort Kleve beziehen. Die Fakultät Kommunikation und Umwelt nahm zum Sommersemester 2014 ihren Lehrbetrieb auf dem neuen und modern gestalteten Campus in Kamp-Lintfort auf.