Produktive Stadtlandschaften

Information für die Presse
14.5.2014

Ausstellung:
Produktive Stadtlandschaften.
Wenn Landschaft Stadt repariert!

Die Ausstellung des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Emscher Landschaftspark. Dieses großformatige Projekt wird seit Jahrzehnten von einem großen Netzwerk von Beteiligten geplant, umgesetzt und ständig fortgeschrieben. Es spielt bei der Erneuerung von Stadtlandschaft eine wesentliche Rolle.


Der Park und die Stadtentwicklung

Unter welchen Vorzeichen also wird die neue Stadtlandschaft im Ruhrgebiet entwickelt?
Das Ruhrgebiet sucht seit Jahrzehnten nach Antworten auf diese Frage und hat insbesondere seit den 1990er Jahren innovative und individuelle Ansätze für den Emscher Landschaftspark als ein gigantisches, vielschichtiges Projekt gefunden: Der Titel ist Programm, Prozess, Vision und Produkt zugleich. Der Emscher Landschaftspark ist kein Park im traditionellen Sinn, er ist vielmehr noch als Baustein der Stadt- und Regionalplanung zu einem verbindenden Element, einer neuen Klammer, geworden und verleiht dem Ruhrgebiet eine neue Identität. Er ist wichtiger Faktor des Strukturwandels, macht das Ruhrgebiet als Standort attraktiver und birgt damit ökonomische Chancen für die Region – eine produktive Stadtlandschaft! Stadt- und Landschaftsentwicklung müssen in einem Zusammenhang gesehen werden, sie bedingen einander im urbanen Kontext. Das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW möchte sich mit dieser Ausstellung dem Thema „Landschaft“ als Moment der Stadtentwicklung widmen. Denn sie gewinnt in diesem Kontext in sozialer, ökonomischer, ökologischer und ästhetischer Hinsicht an Bedeutung.

Die Ausstellung
Sie zeigt, in welche Entwicklungs-Bereiche der Emscher Landschaftspark „hineinspielt“: Durch ihn sind im Ruhrgebiet nicht nur Orte für Naherholung, Sport und Freizeit entstanden. Als Idee hat er unter anderem auch die Entstehung von Gewerbeparks und neuen Quartieren beeinflusst, die mit einem hohen Landschaftsanteil umgesetzt wurden. Die Begegnung von Kunst mit Ruhrgebietslandschaft, diese Interaktion, hat zum einen zu eindrucksvollen neuen Landschaftsbildern – wie zum Beispiel den inszenierten Halden – geführt. Zum anderen hat sie zu künstlerischen Produktionen inspiriert, die mittlerweile die Region in alle Welt kommunizieren. Der Park hat den Tourismus in der Region befördert! Darüberhinaus zeigt die Ausstellung, welche neuen Überlegungen es für die „Produktivität“ des Parks gibt: Stichworte sind „Urbane Landwirtschaft“ und Biomassegewinnung in großen neuen Parks auf den Brachflächen der Region sowie ein ganzheitliches, zusammenhängendes Flächenmanagement, um so Synergien in den Bereichen Wasser, Energie und Landschaftsplanung zu erreichen. Schließlich muss sich der Park auch hinsichtlich des sich ändernden Klimas – Hitzeperioden und Phasen mit erhöhtem Niederschlag – positionieren:

Die Ausstellung bietet spielerische Auseinandersetzungen, um zum Beispiel in einem Memory-Spiel mehr über das Netzwerk zum Emscher Landschaftspark zu erfahren, ebenso wird zum „Flächen-Monopoly“ eingeladen, in einer Sloganwerkstatt wird nach plakativen Aussagen und Erwartungen für den Park gesucht, und der Außenbereich zwischen den Hallen wird effektiv für ein kleines temporäres Urban-Gardening-Projekt genutzt.

Die M:AI Ausstellung wird übrigens in einem Gebäude gezeigt, das noch nie der Öffentlichkeit zugänglich war: Die Hallen des Kammgebäudes auf der Kokerei des Zollvereins werden erstmals für eine Ausstellung geöffnet. Die Ausstellung soll anschließend auf Wanderschaft gehen.

NetzWerk
Mit einer raumgreifenden Installation vor dem Kammgebäude auf der Kokerei Zollverein in Essen haben Studierende der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft das zentrale Ausstellungs-Thema versinnbildlicht: „Produktive Stadtlandschaften“ beschäftigt sich mit dem vielschichtigen Projekt Emscher Landschaftspark, und die Studierenden des Fachbereichs Architektur haben ein riesiges Gespinst aus Nylonfäden zwischen Gebäude und Straße gespannt – ein Netzwerk, ähnlich dem der Akteure, die den Emscher Landschaftspark betreuen. Rund 50 Kilometer Schnur bilden nun eine großformatige Netzlandschaft, die den Raum zudem neu definiert: Der Freiraum ist es, der die Städte des Ruhrgebiets in unterschiedlichster Ausprägung miteinander verbindet, verwebt und vernetzt. Weiße Polypropylenleine ist das „Baumaterial“, das ohne kompliziertes Werkzeug eine deutlich sichtbare Installation ermöglicht. Unter der Leitung von Prof. Florian Kluge und Prof. Willem-Jan Beeren wurde damit ein passendes Entree für die Ausstellung geschaffen.

Laufzeit:
15.5.2014 – 29.06.2014

Öffnungszeiten
Mittwoch – Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr
Eintritt frei!

Führungen (Teilnahme: 5 €):
Sonntag, 18.05.2014, 11.00 Uhr
Sonntag, 25.05.2014, 11.00 Uhr
Sonntag, 01.06.2014, 11.00 und 15 Uhr (An diesem Tag wird auf Zollverein der Welterbetag gefeiert, daher sind die Führungen an diesem Tag kostenlos!)
Sonntag, 15.06.2014, 11.00 Uhr
Sonntag, 22.06.2014, 11.00 Uhr
Sonntag, 29.06.2014, 11.00 Uhr
Anmeldung: info@mai.nrw.de
Teilnahme pro Person: 5 Euro
Gerne führen wir auch Gruppen bis 25 Personen. Anfragen: 0209 925780, Kosten 60 Euro.

Veranstaltungen

PicknickLounge Emscher Landschaftspark vor dem Ausstellungsgebäude
01.06.2014, 16.00 – 20.00 Uhr
Musik, Kokerei-Architektur, Urban Gardening und die Ausstellung „Produktive Stadtlandschaften“ – alles an einem Ort. Elektronische DJ-Beats laden dazu ein, inmitten der Kulisse des Welterbes Zollverein in den Sommer zu grooven und das Wochenende bei einem gemütlichen Picknick ausklingen zu lassen.

Busexkursion zu Urban Gardening-Projekten im Emscher Landschaftspark
13.06.2014, 14.00-18.00 Uhr
Aktuelle Praxisprojekte zum Urban Gardening aus dem Emscher Landschaftspark von Essen bis Dortmund werden auf dieser Bus-Exkursion von ihren Initiatoren erläutert und teilweise besucht. Abgerundet durch einen kleinen Ausstellungsrundgang. Start und Ziel an der Ausstellung.
Anmeldung unter 0209 925 780 oder info@mai.nrw.de

Exkursion und Picknick sind Veranstaltungen des Regionalverbandes Ruhr im Erlebnisprogramm Emscher Landschaftspark 2014. www.emscherlandschaftspark.de

Zur „Extraschicht“ am 28.06.2014 ist die Ausstellung bis ca. 2 Uhr nachts geöffnet.

Adresse
UNESCO-Welterbe Zollverein
Kammgebäude [Kokerei], Halle 90 [C90]
Heinrich-Imig-Straße
45141 Essen

Eine Kooperation mit dem Regionalverband Ruhr, der Emschergenossenschaft, der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und der Stiftung Zollverein.


M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW

M:AI – immer vor Ort, nie am selben.

Seit 2005 widmet sich das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW aktuellen baukulturellen Themen. Es hat zwar seinen Bürositz in Gelsenkirchen, verfügt aber nicht über ein Museumsgebäude. So ist das M:AI in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs – u.a. mit Exkursionen, Vorträgen und künstlerischen Aktionen. Seit 2007 zeigt es schwerpunktmäßig Ausstellungen. Immer dort, wo Architektur und Ingenieurkunst zum Thema werden sollen: weil ein Gebäude besonders beispielhaft ist und sich Menschen darin wohl fühlen, weil bedeutende Architekten, Ingenieure, und Stadtplaner Wegweisendes hinterlassen haben oder weil Bau- und Kulturdenkmäler vom Abriss bedroht sind und heftig diskutiert werden. Für jede Ausstellung wird ein eigenes Präsentationsdesign entwickelt – passend zum jeweiligen Thema. Oft finden die Ausstellungen in Gebäuden statt, die einen direkten Bezug zum Thema der Ausstellung haben, dann wird das Ausstellungsgebäude zum anschaulichsten und größten Exponat.
Diese Form eines mobilen Museums ist in Deutschland einzigartig. Die Projekte des M:AI sind Teil der Landesinitiative StadtBauKultur NRW.

M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW
Leithestr. 33
45886 Gelsenkirchen
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Kontakt für Journalisten: Anette Kolkau, a.kolkau@mai.nrw.de, 0209 9257822

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