Paul Schneider von Esleben: Ausstellungseröffnung in Hamburg

Hamburg und Paul Schneider von Esleben: Das ist eine enge Beziehung gewesen zwischen dem Düsseldorfer Architekten und der Stadt an der Elbe. Nun ist diese Beziehung erneuert worden, als am Dienstag, 24. Mai, die Ausstellung „Paul Schneider von Esleben. Das Erbe der Nachkriegsmoderne“ in der HafenCity Universität (HCU) eröffnet worden ist. Dort können Besucher bis zum 17. Juni im Foyer mehr über den Menschen Schneider von Esleben und die Marke „PSE“ erfahren.

Bereits vor der Eröffnung erregten die Kuben und Modulwände der Ausstellung die Neugier von Studenten, die sich während des Aufbaus für die Gestaltung der Ausstellung interessierten. Die Ausstellung des Museums für Architektur und Ingenieurkunst zeigt anhand von Entwürfen, Zeichnungen, Skizzen, Filmen sowie Möbeln und Schmuck, wie Paul Schneider von Esleben gearbeitet hat und mit seinen Bauwerken die Bundesrepublik bis in die 1970er Jahre geprägt hat. Dazu gehören unter anderem das Mannesmann-Hochhaus und die Haniel-Garage in Düsseldorf, der Flughafen Köln-Bonn oder auch die Sparkasse Wuppertal.

Perspektiven auf Paul Schneider von Esleben

Die Eröffnung selbst beschäftigte sich mit der Person Paul Schneider von Esleben aus verschiedenen Perspektiven. Für Wolfgang Willkomm, Professor für Architektur an der HCU, ist es eine biograpische. Willkomm ist in Düsseldorf aufgewachsen und verbindet mit der Haniel-Garage seine Kindheit: An seinem Lieblingsplatz fuhren seine Freunde und er Rollschuh auf den Rampen.

Uwe Köhnholdt hat bei PSE studiert und erinnert sich an ihn als einen „impulsiven Lehrer“, der sich intensiv mit den Studenten beschäftigt habe. Alle zwei Wochen flog Paul Schneider von Esleben in den 1960er Jahren nach Hamburg, um dort an der Hochschule für bildende Künste zu unterrichten. Den Studiengang baute PSE mit seinem Mitarbeiter Dieter Hoor auf, den er aus Düsseldorf mit nach Hamburg brachte. Für den Unterricht seiner Studenten brachte Paul Schneider von Esleben komplexe Aufgaben mit, die von der Bearbeitung kleiner Details bis zu großen Stadtplanungen reichten – Uwe Köhnholdt erinnert sich an stundenlanges Arbeiten bis tief in die Nacht.

Bau, Kunst, Möbel und Schmuck

Auch die Vorlesungen waren anders: Oft ging es um die Architektur im Ausland, von denen die PSE berichtete und die er auf seinen Reisen kennengelernt hatte. Wer nun an einfache Reiseberichte denkt, täuscht sich. Vielmehr setzte Schneider von Esleben die ausländische Architektur in den Kontext der verschiedenen Länder. Aber auch in Richtung Inland war PSE aktiv und bemühte sich um eine Verknüpfung der Hamburger Studenten mit der Düsseldorfer Kunstszene, die er gut kannte.

Seine Tochter Claudia Schneider-Esleben, selbst Architektin, ging bei der Eröffnung unter anderem auf die Möbel und den Schmuck ein. Beides war ihrem Vater wichtig und er entwarf und gestaltete diese zum Teil auch selbst. Ein Beispiel ist der markante Sputnik-Stuhl, der auch in der Ausstellung zu sehen ist. Diesen Stuhl hatte PSE für das Mannesmann-Hochhaus entworfen; Claudia SChneider-Esleben arbeitet daran, den „Sputnik“ wieder neu aufzulegen. Wer sich für den Schmuck interessiert, findet die Stücke in der Begleitausstellung in der Hilde Leiss Galerie.

Baukultur aus NRW nach außen tragen

Mit Eröffnung zeigte sich Ursula Kleefisch-Jobst zufrieden, hat doch die Ausstellung ihren Platz in einem sehr ansprechenden Umfeld ihren Platz gefunden und macht zugleich auch Werbung für die Baukultur des Landes NRW. Somit betrachtet die die Geschäftsführende Kuratorin des M:AI die Station der Ausstellung in Hamburg an der HCU als „schönen Abschluss“. Nachdem das M:AI Paul Schneider von Esleben zunächst in Düsseldorf und dann in Wuppertal gezeigt hatte, hat das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW nun die Gelegenheit genutzt, Baukunst über die Grenzen des Bundeslandes hinaus zu zeigen.

Fotos: HCU Hamburg, M:AI/ Raphaela Schröter / Text: Timo Klippstein