Neigungen

Oliver Kruses Bodenskulptur „Neigungen“ ging als Siegerentwurf aus dem 2010 vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW ausgelobten Kunst am Bau-Wettbewerbs für den Neubau des Hochschulstandortes Hamm hervor. Gefordert war, den Platz mit der vorgegebenen Bepflanzung zu gestalten und eine Skulptur in dessen Mitte zu integrieren.

Oliver Kruses Entwurf überzeugte die Jury mit seiner formalen und inhaltlichen Originalität. Ausgangspunkt für den Erwin Heerich-Schüler ist die geometrische Form des Quadrats. Die von ihm zu gestaltende Platzfläche hat er leicht aus der Gesamtfläche gedreht, so dass die Seitenkante auf das Innere des Campus weist. Mittig auf der Platzsituation angeordnet hat er ein Quadrat aus leicht geneigten „Schollen“, die aus weißem Beton bestehen. Bäume rahmen die Bodenskulptur ein, angeordnet in einem Karrée.

Für die Architekturbiennale 2012 in Köln ist zunächst ein identisches Modell mit den Maßen 100 x 605 x 620 cm aus Holz ausgestellt worden. Die Skulptur für den Eingangsplatz am Hochschulstandort Hamm ist im Zeitraum 2012 bis 2014 mit den identischen Abmaßen aus neun digital maßangefertigen Betonfertigteilen und einem Gesamtgewicht von circa 60 Tonnen zur Eröffnung des Hochschulneubaus im Mai 2014 realisiert worden.

Die Skulptur ist jederzeit öffentlich zugänglich sowie begehbar und lädt die Studierenden der Hochschule zum Sitzen und Liegen ein.

NEIGUNGEN, 2014, HOCHSCHULE HAMM-LIPPSTADT

Angaben zur Kunst

Material: Weißbeton, Stahl

Technik: Digitaler Maßguss von Fertigbetonbauteilen

Maße: 100 cm x 605 cmx 620 cm

Künstler: Oliver Kruse wurde 1965 in Nürnberg geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Kunsttischler in Köln bevor er 1988 – 1991 Bildende Kunst bei Erwin Heerich in Düsseldorf studierte. 1991/92 erwarb er das Postgraduierten Diplom in Kunstgeschichte an der Royal Society of Arts in London, Großbritannien, woran sich 1992 – 93 der Masterabschluss in Kunst mit Schwerpunkt Skulptur bei Richard Deacon anschloss. Bis 1994 lebte und arbeitete Kruse als bildender Künstler in London bevor er nach Köln und Hombroich zurückzog, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seit 1994 hat er sein Atelier auf der Raketenstation Hombroich, die zur Insel Hombroich Fundation gehört, eingerichtet. Seit 1996 ist er Mitglied im Vorstand besagter Fundation, dessen Vorsitzender er seit 2013 ist.

Oliver Kruse lehrt als Professor an der Peter Behrens School of Arts, Düsseldorf seit 2005 und hatte 2015 eine Gastprofessur an der The Cooper Union, The Irwin S, Chanin School of Architecture, New York, USA, inne. Seit 1993 nimmt Kruse an Ausstellungen zu Architektur, Bildender Kunst und Skulptur weltweit teil und konnte einige Bauwerke und Skulpturen im öffentlichen Raum installieren. Für seine Arbeit erhielt er in den Jahren 1997 – 2013 bisher bereits einige nationale Auszeichnungen.

Angaben zum Verfahren

Auftraggeber:
Land Nordrhein-Westfalen
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Köln
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Soest

Art des Verfahrens: 
beschränkter Wettbewerb, 2010/ 2011

Bildrechte:
Fotograf: Tokoi Jimbo, Düsseldorf – Fotos: Oliver Kruse, Neuss

Angaben zur Architektur

Baumaßnahme
Neubau der Hochschulstandortes Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt

Standort:
Hochschule Hamm-Lippstadt
Standort Hamm
Marker Allee 65
59063 Hamm

Ansprechpartner:

Architekt: pbr Planungsbüro Rohling

Planungs- und Bauzeit: 
2011/ 2012 – 2014

Beschreibung: Auf dem weitläufigen und grünen Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses an der Marker Allee in Hamm entstand der neue Campus Hamm. Zeitgleich zur Grundsteinlegung 2012 wurde der Kunst am Bau-Wettbewerb vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Soest als Bauherr in enger Abstimmung mit der Hochschule Hamm-Lippstadt und der Stadt Hamm ausgelobt.

Die 2014 fertiggestellten Neubauten sind auf bis zu 2.000 Studierende ausgerichtet. Dabei orientieren sich die Architektur und das Raumprogramm an den Anforderungen eines modernen Bildungs- und Forschungsinstitutes: Lernwelten spiegeln die praxisorientierten Studiengänge wider; die bewusst offen angelegten Kommunikationszonen sind Treffpunkte für die Lehrenden und Studierenden.

Am Hochschulstandort Hamm setzt man besonders auf das Prinzip der Kurzen Wege: Alle Einrichtungen sind fußläufig in wenigen Minuten erreichbar und durch den ÖPNV gut angebunden.