M:AI-Linktipps: Brrr… Brutalismus

Keine Scheu vor dem oft schlechten Ruf: Der Architekturstil Brutalismus wird zu unrecht häufig verteufelt. Passend zum Wochenende hier ein paar Linktipps zum Thema, kurz erläutert.

Brutalismus, very british

In den 1960er gegründet, sollte die Architektur der Universität in Essex ästhetisch einen Kontrapunkt gegenüber Oxford oder Cambridge setzen. Dementsprechend gibt es dort Funktionalismus und Brutalismus anstelle von (Neo-)Gotik oder Barock. Heute wird die Anlage instand gesetzt, jedoch sieht das Baunetz in seiner Meldung eine „Glättung“ des brutalistischen Charakters.

Vom üblen Leumund und dem Wunsch zu Bewahren

Über den schlechten Ruf des Brutalismus lässt sich Lennart Laberenz in der Freitag aus; es geht um Missverständnisse, die Bedeutung für die Baugeschichte und wie das Deutsche Architekturmuseum sich dem Thema mit der eigenen Seite „sosbrutalism“ widmet. Diese Plattform möchte informieren und verknüpfen – damit brutalistische Gebäude bewahrt werden können. Inzwischen enthält „sosbrutalism“ mehr als 700 Gebäude und eine Zeitleiste ordnet die Bauwerke ein.

Wie man ein brutalistisches Gebäude erkennt

Gehört das Bauwerk da vor mir zum Stil des Brutalismus? Wer sich die Frage öfter stellt, dem kann geholfen werden. Mit diesem Fundstück, einer wirkliche netten und amüsanten Anleitung lässt es sich herausfinden, Augenzwinkern inklusive:

For my fellows at The Brutalism Appreciation Society. https://www.facebook.com/groups/2256189436/

Posted by Charles Humphries on Donnerstag, 28. Januar 2016

Anekdote zum Namen Brutalismus

Als internationale Bewegung entwickelte sich der Brutalismus sich etwa ab 1958 aus dem „New Brutalism“. Dabei entstammt letzter aus dem Freundesskreis um das englische Architektenehepaar Alison und Peter Smithson. Zu dessen Vorstellungen einer „ehrlichen“ Architektur schien der Begriff zu passen. Hinzu kommt aber noch, dass Peter unter seinen Freunden als „Brutus“ bekannt war. Zusammen mit dem Vornamen seiner Frau wurde dann aus Brutus + Alison = Brutalsim.

 

Einfach mal hingehen – Wuppertal zeigt Nachkriegsmoderne

Zum Abschluss noch ein Hinweis auf die zwei Ausstellungen in Wuppertal, die sich mit der Architektur der Nachkriegsmoderne beschäftigen: einmal „Heimatplan“ in der Groelle Galerie und die M:AI-Ausstellung in der Sparkasse Wuppertal zu Paul Schneider von Esleben.

 

Zusammengestellt von: Timo Klippstein | Foto: Seth Tisue via Flickr, CC BY-SA 2.0