Eine Ausstellung – fünf Büros: Kurzporträts der Architekten

Mit der gemeinsamen Installation präsentieren sich fünf junge Architekturbüros aus der Schweiz im Rahmen der Ausstellung „Vorstellung. Junge Schweizer Architekten“ im StadtBauRaum in Gelsenkirchen. Mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft stellen die Architekten spielerisch ihre Positionen und Haltungen vor. Wie wichtig ist das Suchen und Finden einer eigenen Position für die Arbeit als Architekt? Welches Selbstverständnis ist Grundlage für das eigene architektonische Schaffen? Vor welchen Herausforderungen steht die Architektur in Zukunft? Fünf Vorstellungen, ein Ganzes, so lässt sich die Ausstellung des M:AI  zusammenfassen, die zugleich Bühne und Diskussionsraum ist. Ein kurzer Blick auf die teilnehmenden Büros.

Mit dabei in Gelsenkirchen sind die Architektenbüros BHSF in Kooperation mit Udo Thönnissen (Zürich), Vécsey Schmidt Architekten (Basel), das Bureau A (Genf), LVPH architectes (Fribourg/ Pampginy) sowie Pascal Flammer (Balsthal).

 

Pascal Flammer

„Was ich in meinem Büro mache, ist, Vorschläge zu produzieren: Wie und wo kann man leben? Wie wäre es schön?“, sagt Pascal Flammer. Geboren in Fribourg, studierte Flammer Architektur an der ETH Zürich, in Lausanne und in Delft. Sein gleichnamiges Büro gründete Pascal Flammer  im Jahr 2005 in Balsthal, nachdem er längere Zeit im Büro von Valerio Olgiati gearbeitet hatte. Nach mehreren Lehraufträgen im Ausland ist er aktuell Gastdozent an der ETH Zürich.

 

LVPH architectes

Arbeitserfahrung in Aserbaidschan und Portugal sammeln: Das waren wichtige Auslandstationen für Laurent Vuilleumier und Paul Hubert nach ihren Abschlüssen an der École Polytechnique Fédérale Lausanne. Dann gründeten sie im Jahr 2003 ihr erstes Büro „LVPH architectes“ in Pampigny, ein zweites 2010 folgtein Fribourg. LVPH verfolgt seidem eine reduzierte und zugleich radikale Architektur. Beide Standorte liegen im ländlichen Raum; LVPH lehnt sich daran an und nimmt sowohl die Umwelt wie auch landwirtschaftliche Areale in den Arbeiten auf.

 ©Joël Tettamanti Reviaulaz

©Joël Tettamanti Reviaulaz

 

Vécsey Schmidt Architekten

Im Jahr 2009 gründeten Susann Vécsey und Christoph Schmidt ihr Büro „Vécsey Schmidt Architekten“ in Basel. Beiden verknüpfen in ihrer Arbeit die sorgfältige, entwerferische Praxis und das Reflektieren über grundlegende Fragen der Architektur. So setzen sie sich auch mit Projekten auseinander, die nicht nur auf das Bauen abzielen. Susann Vécsey hat an der ETH Zürich Architektur studiert, Christoph Schmidt studierte nach seiner Lehre zum Möbelschreiner Architektur an der TU Dresden und dann ebenfalls an der ETH Zürich. Beide sind neben ihrer praktischen Arbeit in der akademischen Lehre tätig gewesen.

 

Bureau A

Die soziale Frage im Blick haben Leopold Banchini und Daniel Zamarbide, die Gründer des „Bureau A“. In Genf gelegen, widmet sich „Bureau A“ immer wieder Arbeiten in unterschiedlichen Feldern, so etwa Installationen und Raumgestaltungen. Dabei folgen sie nach eigener Aussage aber in ihrer Arbeit keinem typischen schweizer Modell. Vielmehr behalten sie bei ihren Projekten einen offenen Horizont. Und das passt zu ihrem Verständnis des Büros als multidisziplinäre Plattform, welche die Grenzen zwischen Forschung und Entwurf auflöst. „Bureau A“ realisiert Architektur, gestaltet Landschaft und setzt Räume in Szene, was auch das Interesse der Architekten an öffentlichem Raum verdeutlicht.

 

BHSF

Treffpunkt ETH Zürich: Benedikt Boucsein, Axel Humpert und Tim Seidel lernten sich während des Studiums kennen und gründeten im Jahr 2007 das Architekturbüro „BHSF. Mit Sitz in Zürich arbeitet BHSF in der Architektur und im Städtebau in der ganzen Bandbreite: In der praktischen Arbeit wie auch in der Theorie, in Wettbewerben ebenso wie in der alltäglichen Bauaufgabe. Wichtig sind ebenfalls Tätigkeiten abseits des herkömmlichen Architekturverständnisses. Dazu gehören Werkstattgespräche und Lehre, also die Vermittlung von Architektur, aber auch ihr Magazin  „Camenzind“, das die Architekten als Plattform für Forschung und gesellschaftlichen Diskurs in ihrer praktischen Arbeit begleitet. Für die Ausstellung im M:AI greifen „BHSF“ auf die etablierte Kooperation mit Udo Thönnissen zurück, der seine Kompetenz zu Hebelstabwerken einbringt.