Die Finalisten

Neben dem späteren Gewinner – der Philharmonie in Stettin, Polen – standen vier weitere Projekte aus Deutschland, Dänemark, Italien und England im Finale.

 

Kunstmuseum Ravensburg von Lederer / Ragnarsdóttir OeiAußenaufnahme des Kunstmuseums Ravensburg von Lederer Ragnarsdottir Oei, Finalist des Mies van der Rohe Award 2015. Foto: © Roland Halbe.

Alt und doch neu sollte das neue Kunstmuseum erscheinen, dass das historische Stadtensemble Ravensburg bereichert. Charakteristisch für die Verbindung zwischen der Stadt und dem Neubau ist beispielsweise die Verwendung von gebrauchten Ziegeln als Material für die Fassade. Die Verwendung recycelter Materialien unterstreicht auch das Interesse der Architekten an einem nachhaltigen Ansatz. Das Dach ist aus Ziegelschalen gebildet, die als Gewölbekonstruktion den Raum frei überspannen.

Außenaufnahme des dänischen Seefahrtsmuseum in Helsingor von BIG, einem der Finalisten des Mies van der Rohe Awards 2015. Foto: © Rasmus Hjortsho.Dänisches Seefahrtsmuseum in Helsingør von BIG – Bjarke Ingels Group

Das sich über 5.000 m2 erstreckende unterirdische Museum ist rund um das Trockendock des Hafens in der Nähe von Schloss Kronborg in Helsingør organisiert. Die Entscheidung, das leere Dock zu erhalten und als windgeschützten Innenhof zu inszenieren, war ein radikaler Akt der Bewahrung historischer Substanz. Damit waren gleich mehrere Probleme gelöst: das alte, lecke Dock wurde abgedichtet, das Museum mit Tageslicht versorgt, und durch Absetzen der neuen Wand ergab sich genügend Raum, um das gesamte Museum zu verbinden.

Das Foto zeigt Weinberge auf denen die Kellerei des berühmten Weinguts Antinori in Bargino liegt, erbaut von Archea Associati. Foto: © Pietro Savorelli.Weinkellerei Antinori in Bargino von Archea Associati

Das Projekt versucht das Gebäude mit der Landschaft zu verschmelzen. Das Dach – in ein Stück Land verwandelt und mit Wein bepflanzt – wird an den Umrisslinien von zwei horizontalen Schnitten durchbrochen, die eine Lichtzufuhr ins Innere der Anlage zulassen und den Menschen in der Kellerei durch die imaginäre Konstruktion eines Dioramas den Blick auf die Landschaft freigeben.

Saw-Swee-Hock-Studentenzentrum in London von LSE O’Donnell + TuomeyFinalist beim Mies van der Rohe Award 2015: Das Studentenzentrum Saw-Swee-Hock in London von O'Donnell + Tuomey; hier von außen zu sehen.. Foto: © Dennis Gilbert.

Das Gebäude, das den dynamischen Charakter eines zeitgenössischen Studentenzentrums verkörpern soll, ist an der Kreuzung zweier schmaler Straßen situiert, wie sie für den Campus der London School of Economics im Zentrum Londons typisch sind. Die komplexe Geometrie des Orts war Ausgangspunkt für eine lebendige Anordnung unregelmäßiger Geschossflächen, deren Form ihrer jeweiligen Funktion entspricht. Grund und Aufriss veranschaulichen das Fließen des Raums, und die gewinkelten Treppen schaffen auf allen Ebenen Raum für Begegnungen.

 

 

 

 

 

 

Titelfoto: Weinkellerei Antinori in Bargino von Archea Associati; © Pietro Savorelli

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