Architektur im Aufbruch. Planen und Bauen in den 1960ern

»Die Bauten der 1960erJahre – schon veraltet, aber noch nicht historisch?« (XXVIII. Kunsthistorikertag, Bonn 2005)

Mit der Ausstellung „Architektur im Aufbruch. Planen und Bauen in den 1960ern“ widmet sich das M:AI – Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW der Architektur, die in der letzten Zeit besonders in der Diskussion steht: der Baukunst der 1960er und 1970er Jahre.

Die Gebäude, die in dieser Zeit entstanden, sind mittlerweile in die Jahre gekommen und sehen nicht selten marode aus. „Sanierung oder Abriss?“ lautet nach fast 40 Jahren oft die Frage beim Umgang mit dieser Bausubstanz. Vor der endgültigen Antwort lohnt sich ein genaues Hinschauen. Die Ausstellung versucht dazu den differenzierten Blick auf die Zeit: Denn die Architektur der 60er Jahre ist mehr als Beton, Verdichtung oder Großform. „Architektur im Aufbruch“ skizziert den historischen Kontext und beleuchtet Hintergründe für das damalige Architekturverständnis: Technikbegeisterung, Fortschrittsglauben, Lossagung von der Vergangenheit. Sie beschreibt die Vielfalt der baulichen Lösungen: Großformen wie die Ruhr Universität Bochum oder das Aachener Klinikum, neue Wohnformen wie in Köln Chorweiler oder kleinteilige Entwürfe wie beim Wohnhaus Mayer Kuckuck, funktionale Formen wie beim Imbau-Spannbeton-Gebäude in Leverkusen oder die elegante Umsetzung amerikanischer Einflüsse wie beim Dreischeibenhaus in Düsseldorf. Im Jahr 2009 war das M:AI mit dieser Ausstellung in zwei Städten zu Gast: in Duisburg und in Bochum. Beide Male in Gebäuden, die exemplarisch für die Architektur der 60er und die aktuellen Probleme stehen: In Duisburg war es die skulpturale, in die Jahre gekommene Liebfrauenkirche. In Bochum wurde die Ausstellung im Foyer des Audimax der Ruhr-Universität gezeigt – zu einem Zeitpunkt – als ein Wettbewerb zur Sanierung und Neuorganisation der Hauptachse entschieden wurde.

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