de | en

Gewerbepark Zeche Waltrop und Halde Brockenscheidt

Waltrop

„Zeche im Grünen” nannte man die ehemalige Zeche Waltrop. Am südöstlichen Rand des Stadtgebietes, im Stadtteil Waltrop-Brockenscheidt, ist das Gelände eingebettet in große Grünflächen. Auf einer Gesamtgröße von 35ha, werden heute etwa 11ha gewerblich genutzt, während der größere Teil landschaftlich gestaltet ist und damit zur Einbettung des Gewerbeparks in den regionalen Grünzug F des Emscher Landschaftsparks beiträgt.

Als Staatszeche Preußens entstand das denkmalgeschützte Ensemble versetzt mit Elementen des Historismus. Die Förderung von Kohle für die kriegswichtige Marine in Industriehallen, „die in angemessener Art den Preußischen Staat zu repräsentieren vermag“, war Aufgabe der Tiefbauzeche im nördlichen Ruhrgebiet.

Unter dem Leitmotiv „Neue Technik in alten Hallen” wurden die stillgelegten Gebäude, insgesamt Elf Hallenbereiche, im Rahmen der IBA Emscher Park durch die Landesentwicklungsgesellschaft LEG NRW gesichert, um eine Neunutzung  für lokale Gewerbebetriebe zu ermöglichen. Infrastrukturmaßnahmen und die Bereitstellung großer Freiflächenbereiche ließen kombinierte Arbeits- und Wohnobjekte entstehen.

Mehr als 40 Unternehmen haben sich bis heute am Standort niedergelassen. Es handelt sich überwiegend um traditionelle, technisch- und dienstleistungsorientierte Kleinbetriebe und Handwerksfirmen. Als größtes Unternehmen konnte der Versandhandel „Manufactum“ mit seiner Verwaltung, Entwicklung und einem ersten Verkaufsbereich für das Gelände gewonnen werden.
Die ehemalige Maschinenhalle dient dem Unternehmen als Sitz für die Verwaltung. Die bestehende Gebäudehülle der Halle blieb erhalten, neue Büroflächen wurden als thermisch eigenständige Körper in die Halle hineingebaut ohne die Hülle und damit den Charakter des Gebäudekörpers zu zerstören. Ein weiteres Gebäude dient mit seiner historischen Dampfmaschine als Museum zur vormaligen Geländenutzung, dem Bergbau. Viele Innenbereiche des Hallenbestandes werden mittlerweile für Kunstausstellungen genutzt. Zahlreiche Skulpturen prägen das Außengelände. Östlich der Hallen schließt der Neubauteil des Gewerbeparks an. Verbindendes Element im Gewerbepark ist das Grünkonzept mit Frei- und Waldflächen und dem Haldenpark. Zum neuen Wahrzeichen und Ausflugsziel für Waltrop entwickelte sich der begehbare Spurwerkturm auf der Halde Brockenscheidt, der in einer Höhe von 12m über Haldenniveau dem Besucher einen Panoramablick über das östliche Ruhrgebiet bietet. Der Turm ist nach der Idee des Künstlers Jan Bormann aus gebrauchten Spurlatten,im Bergbau verwendete Holzbalken, errichtet worden.

Gewerbepark Zeche Waltrop

Projektsicherung: LEG Stadtentwicklung GmbH und CO. KG (Stadt Waltrop)

Städtebau : ERGE Scheidler, Stumpfel, Leser (Köln / Marl / Bochum)
Umgestaltung Halde: Künstler Jan Bormann ( Rauxel)
Umbau Hallenesemble:Baubude (Essen), Planquadrat (Dortmund) PASD Feldmeier und Wrede (Hagen), Büro Soyer
Umbau Firmensitz: Manufactum, Architekturbüro Luckmann (Coesfeld)

Planungszeitraum:
1992 – 1996 Sanierung der Gebäude, Rahmenplan für den Grünzug F
1999 –2000 Bau des Spurwerkturms
2004 – 2007 Erweiterung des Gewerbeparks

Fläche / Größe: 35 ha