Transparenz und Vermittlung

Ergebnisse des studentischen Workshops „Urbane Landwirtschaft“ in der Ausstelllung Post Oil City in Alsdorf
Acht interdisziplinär zusammengesetzte studentische Teams (Raumplanung, Landwirtschaft, Architektur, Kulturwissenschaft, Landschaftsarchitektur) aus fünf NRW-Hochschulen haben sich Anfang Juni 2011 unter der Leitung der RWTH Aachen dem Thema „Urbane Landwirtschaft“ gewidmet. Drei Tage lang haben sie sich dem Projektgebiet „Horbacher Börde“ auseinandergesetzt – ein grenznahes Gebiet mit einem Nebeneinander von Landwirtschaft, Ortschaften und Gewerbeparks. Die Aufgabenstellung: Wie verhalten sich Ortschaften und Landschaft in rund 50 Jahren zueinander? Welche Änderungen sind nötig, um im ökologischen Sinne die Lebensmittelproduktion näher an den Verbraucher zu rücken?
Fast alle der im Workshop erarbeiteten Szenarien fokussierten einen ganz zentralen Aspekt, einen pädagogischen. Die Entwürfe setzen nahezu alle auf Vermittlung und Information. Und so spiegeln die Arbeiten wohl auch eine wichtige Erfahrung der Studenten wider, die aus den unterschiedlichsten Disziplinen kommend miteinander ganzheitlich planen mussten. Stadt und Landschaft – so ein anderer wichtiger Aspekt der Ergebnisse – werden zukünftig nicht mehr das klassische Gegensatzpaar sein, sondern räumlich und strukturell und damit synergetisch aufeinander bezogen sein. Der Weg dahin besteht laut der Workshopergebnisse aus Information und Transparenz.
Die Ergebnisse
Grüne Ringe: Im Herzen des landwirtschaftlich genutzten Gebiets könnte eine Station entstehen, die den Naturraum als Kulturraum vermittelt, als Raum, in dem Menschen und Landwirtschaft einander näher gebracht werden. Die Möglichkeiten dazu sind denkbar einfach und von touristischer Qualität: Streichelzoo, Maislabyrinth, Selbstpflück-Gärten, Hofladen, der Weg der Produkte und ihrer Verarbeitung endet in einem Restaurant.
Urbane Landwirtschaft – Dorfstadt: Der Entwurf spielt auf Dorfstrukturen von vor hunderten von Jahren an. Der Ort ist ringförmig umgeben von unterschiedlichen Anbauflächen – innen Sonderkulturen, außen Großflächen. Eigenversorgung und Vermarktung spielen gleichermaßen eine Rolle.
Der grüne Weg ist ein Projektansatz, der sich zum Ziel gesetzt hat, an verschiedenen Orten über Landwirtschaft zu informieren und sie erlebbar zu machen – mit einem Landwirtschaftsmuseum, einem Erfahrungsfeld, einem grünen Klassenzimmer.
Der grün-weiße Weg sieht ein energieeffizientes, internationales Dorf direkt an der niederländischen Grenze vor. Ein Transportsystem für die Produkte wird unter die Erde gelegt.
Füreinander-Miteinander: Städter und Landwirte aus der Region sollen zusammengebracht werden. Ganz praktisch: Mobile Wohnhäuser könnten inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet werden, wie auch gerade Orts- und Feldrand gestalterisch viel stärker miteinander verwoben werden können.
Erlebnispark Landwirtschaft: Acker-, Gemüse- und Obstanbauflächen sollen geöffnet werden für die Menschen, und damit wird den Freizeitansprüchen an die Landschaft entgegengekommen. Die Produktionsflächen werden als Park begriffen.
Vernetzte Landschaft: Der Landwirt ist gleichzeitig Energiewirt und erzeugt Biogas für die Umgebung. Flächen mit schlechteren Böden werden zu reinen Freizeitflächen deklariert. Vertikale Farmen, die auch von den Anwohnern bewirtschaftet werden müssen, sorgen für Ausgleich. Ein Verkehrssystem unter der Erde soll den Flächenverbrauch minimieren und die Produkttransporte optimieren.
Energie- und Agrarproduktionsstandort im Erholungsgebiet: Eine Kreislaufwirtschaft mit Putenzucht, entstehendem Dünger und Futtermittelanbau bildet den Kern dieses Entwurfs. Die umgebende Landschaft soll zu einem informativen Erholungsgebiet umgestaltet werden.






