Instrumente der Stadtentwicklung
Die Entwicklung der Stadt ist ein Prozess, der sich ständig neu erfinden muss: Die Anforderungen an Lebenswelten, an Grünraum, an Verkehr, an Wohnen, Urbanität und an gesundes Klima unterliegen einem ständigen Wandel, dem verantwortungsvolle Stadtentwicklung angemessen begegnen muss. Sie muss immer wieder neue Lösungen für komplexe Problemstellungen erarbeiten. Den Anspruch, Impulse innovativer Entwicklungsprozesse auszulösen, haben seit rund 100 Jahren Internationale Bauausstellungen.
Internationale Bauausstellungen (IBAs) haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland beispielhafte Architektur und wegweisenden Städtebau hervorgebracht und präsentiert. Dabei ist eine IBA weniger Institution als vielmehr Prinzip und Selbstverpflichtung, zukunftsorientiert und beispielhaft Stadt- und Landschaftsentwicklung voranzutreiben.
Durch IBAs wurden neue Lebensformen entworfen, Stadtquartiere entstanden neu oder wurden erneuert, Lebens- und Arbeitsräume wurden neu in Beziehung gesetzt, der Lebensraum Stadt wurde neu definiert. Immer wurde auch der aktuelle Stand der Forschung einbezogen. Internationale Bauausstellungen sind daher mehr als das Alltagsgeschäft, sie sind ein Ausnahmezustand für die Entwicklungsarbeit. In ihrem Zentrum stand und steht die Suche nach Antworten auf Fragen an den Lebensraums Stadt.
Wie haben sich Internationale Bauausstellungen (IBA) als Instrumente der Stadtentwicklung in den letzten 100 Jahren verändert? Wo sind Kontinuitäten entstanden? Wie haben Internationale Bauausstellungen (IBA) funktioniert und welche Resultate werden heute als nachhaltige Ergebnisse gewertet?
Das M:AI hat sich in den vergangenen zwei Jahren mit vielen nationalen und internationalen Partnern dem Thema der Internationale Bauausstellungen gewidmet. Die mobile Ausstellung „IBA meets IBA“ erzählt die Geschichte der Bausstellungen und erläutert die aktuell agierenden Strukturprogramme in Hamburg, Sachsen Anhalt oder der Niederlausitz. An zwei Spielorten, in Hamburg und Basel, wurde bereits die Historie den aktuellen Planungs- und Entwicklungsfragen gegenüber gestellt.
Parallel dazu gab „IBA Labor IBA“ einen Impuls für ein neues Netzwerk von IBA-Machern, Spezialisten und Begleitern. Fragen zu Internationalen Bausstellungen als zukunftsgerichtetem Instrumentarium zur Stadtwandlung stehen im Mittelpunkt von Treffen, die mittlerweile in das Programm der nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aufgenommen wurden.
Die Ausstellung „Projektion Ruhr. Un Laboratoire urbain“, die im Herbst 2009 in der Cité de l’architecture et du patrimoine in Paris gezeigt wurde, hatte die IBA Emscher Park zum Thema und präsentierte den Strukturwandel des Ruhrgebiets, Entwicklungsstrategien und Planungskultur, Projekte und Verwandlungen. Die künstlerische Inszenierung des Düsseldorfer Konzeptkünstlers Mischa Kuball überraschte die Besucher mit einem bewegten Bilderteppich, der sehr suggestiv die Transformationsgeschichte der Region erzählte.


