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Siedlung Teutoburgia

Herne

In 14 Jahren - zwischen 1909 und 1923 – entstand die Gartenstadt Teutoburgia. Eine Werkssiedlung der gleichnamigen Zeche, so groß wie 22 Fußballfelder, mit 136 Gebäuden und 475 Wohnungen. Von der Hauptachse der Siedlung, einer Allee, zweigen geschwungene Radialstraßen ab, die durch die gesamte Gartenstadt führen.

Stadt Baumeister Berndt hat für die Siedlungsplanung  auf vier Grundtypen und  21 individuelle Hausentwürfe zurück gegrieffen. Jedes der als Reihen- oder Einzelhäuser mit Stallanbauten entworfenen Gebäude bietet eigene Eingänge für zwei bis vier Familien. Zur Selbstversorgung war jedem Haus ein großer Nutzgarten zugeordnet. Im Mittelpunkt der Siedlung steht der „Teutoburgiahof”, eine 1918 erbaute, geschlossene Wohnanlage mit einem Blockinnenhof.

Die Wohnungen der Gartenstadt Teutoburgia zeichneten sich in den 1980er Jahren durch einen hohen  Sanierungsbedarf aus. Qualitäten, die die Siedlung sowohl durch ihre städtebauliche Geschlossenheit und ihre besonders gefestigte, historisch gewachsene Mieterstruktur als auch wegen einer detaillierten  Außenraumplanung durchaus besaß, wurden weder beim Träger noch in der Öffentlichkeit erkannt oder gefördert.

Im Rahmen der IBA Emscher Park wurde bis 1998 eine grundlegende Modernisierung im Verbund  mit Maßnahmen für das Wohnumfeld geplant und realisiert. Besonderes Gewicht lag dabei auf der werk- und detailgetreuen Rekonstruktion der Gebäude und der Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes der Siedlung sowie der Umsetzung umweltverträglicher und ökologischer Modernisierungsstandards. Die Sicherung des historischen Außen- und Gartenraumkonzeptes und die Entwicklung siedlungsbezogener Konzepte zur Müllvermeidung und Umweltberatung ergänzten die Planungsvorgaben.

Individuelle Lösungen, insbesondere bei den Wohnungsgrundrissen, entstanden durch die Vermittlung einer „Quartiersarchitektin“, die Bewohner beriet und zwischen Mieterinteressen und Wohnungsbaugesellschaft vermittelte. Das charakteristische Erscheinungsbild der Gartenstadt konnte trotz aufwendiger Modernisierung erhalten bleiben. Kleinere Wohneinheiten wurden zusammengelegt, der technische Ausbau verbessert und Fassadenanstriche historisch getreu ausgeführt. Das Wohnumfeld wurde verbessert durch Spielplätze, Baumanpflanzungen und die Umgestaltung der Teutoburgiastraße. Für die umsichtige Modernisierung der Siedlung ist das Projekt 1992 mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet worden. Seit 2005 privatisiert die neue Eigentümerin Deutsche Annington den Wohnungsbestand der Siedlung.

Siedlung Teutoburgia, Herne

Architektur: Gruppe Haus- und Stadterneuerung – Heinz Schmitz, Edgar Krings (Aachen);
Zlonicky & Partner (Dortmund)

Planungszeitraum: 1989 Aufnahme des Projektes in die IBA
1988 – 2003 Umbau + Modernisierung

Fläche / Größe: 21,6 ha; insgesamt 530 Wohneinheiten