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Siedlung Schüngelberg

Gelsenkirchen

Die gartenstädtische Arbeitersiedlung Schüngelberg mit 309 Bergarbeiterwohnungen wurde zwischen 1897 und 1919 nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Johow für Bergleute der benachbarten Zeche Hugo erbaut. Das ursprüngliche Siedlungskonzept von 1916 – ringförmig und mit einem zentralen Fest- und Gedenkplatz – konnte aus wirtschaftlichen Gründen zur damaligen Zeit nur teilweise realisiert werden. In den 1970er Jahren drohte der zwischen Bergwerk, Halde, Abwasserkanal und Zechenbahn gelegenen und von der Stadt räumlich abgeschnittenen Siedlung der Totalabriss aufgrund dringenden Sanierungsbedarfs.

1988 und 1998 folgte eine denkmalgerechte Erneuerung und Erweiterung des Bestandes unter Wahrung des historischen Charakters der Siedlung. Ein wichtiges Kriterium zur Umgestaltung der Siedlung lag in der Festlegung von Qualitätsvereinbarungen für den Umbau und der Einbeziehung der Bewohnerschaft in den Planungsprozess. Die Erneuerungsmaßnahmen umfassten neben Modernisierungen der Wohnungen und denkmalgerechten Fassadensanierungen auch die Neugestaltung der Gärten und des nachbarschaftlichen Wohnumfeldes.

Eine Architektur des Schweizer Architekten Rolf Keller bot die Basis für einen ergänzenden Siedlungsbereich Schüngelberg. Um einen zentralen Raum der sich aus Gemeinschaftsgrünbereichen ergibt, gruppieren sich lang gezogene Gebäudelinien mit Reihenhauscharakter. Sternförmig verbinden Straßen- und Sichtachsen den neuen Siedlungsbereich mit den bestehenden Siedlungsteilen und den umgrenzenden Landschaftsbauwerken.
Die Architektur nimmt Elemente historischer Gartenstadtsiedlungen wieder auf. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Gartenbereichen pro Wohneinheit, die Verknüpfung öffentlicher mit halböffentlichen und individuell nutzbaren Außenbereichen lassen den Siedlungsbereich einen verbindenden Charakter zum historischen Bereich entstehen.

Zum Gesamtkonzept gehören darüber hinaus städtebauliche und landschaftliche Umfeldverbesserungen. So wurde die angrenzende Bergehalde Rungenberg zum Erholungs- und Freizeitbereich künstlerisch umgestaltet und für die Siedlung erschlossen, der angrenzende Lanferbach konnte im Rahmen eines separaten Projektes renaturiert und mit einem modernen Versickerungssystem in der Siedlung verbunden werden. Es entstanden ein Haus der Freundschaft für Gemeinschaftsaufgaben mit Mehrzweckhalle und ein Kindergarten.

Schüngelberg Siedlung, Gelsenkirchen

Architektur: Büro Rolf Keller ( Zumikon / Schweiz)
Freiraumgestaltung: pesch partner architekten stadtplaner (Herdecke)
mit Rüdiger Brosk (Essen)

Zeitraum: 1988 – 1998 Umbau + Modernisierung

Fläche /Größe:Rd. 7ha; ca. 200 neue Wohnungen