de | en

Siedlung Küppersbusch

Gelsenkirchen

Die Herd- und Küchenmöbelfabrik Küppersbusch gab 1984 ihre Produktion in Gelsenkirchen-Feldmark auf. Was blieb, war ein spitzwinkeliges Geländedreieck, das vom Güterbahnhof Schalke-Süd, einer gründerzeitlichen Wohnstruktur und den Jugendstil geprägten Gebäuden der Zeche Oberschuir eingegrenzt wird. Durch die Aufgabe des Industriestandorts wurde eine Neugestaltung zum Wohnstandort möglich. Auf der 7,5 Hektar großen Brache wuchs eine Siedlung mit 267 Wohneinheiten, die trotz vieler Bauherren und unterschiedlicher Bau- und Finanzierungsformen eine einheitliche, bauliche Handschrift trägt.

Wesensmerkmal und Besonderheit der Architektur und des Städtebaus des Büros Szyszkowitz-Kowalski, ist das Regenwasserkonzept. Eine baumumgrenzte, linsenförmige Grünanlage, an der sich die zwei- bis viergeschossige Wohnbebauung ausrichtet, ist das städtebauliche Herzstück der Siedlung und zugleich Regenrückhalte- und Versickerungsbereich. Hochgelegen, an den Fassaden von Haus zu Haus führend, verläuft ein Rinnensystem, das den größten Teil des Regenwassers zur Siedlungsmitte leitet und der Versickerung zuführt.

Mit ihrem Umfeld verzahnt wird die Siedlung über das Freiraumkonzept und eine Kindertagesstätte am südlichen Ende. Wohneinheiten sich auf unterschiedliche Nutzungsgrößen ausgelegt. Ein terrassenförmig, begrünter Promenadenwall, der den Bauschutt und Kontaminationen der Küppersbusch Fabrik aufgenommen hat, grenzt das Quartier zum ehemaligen Güterbahnhof ab.

Einen fließenden Übergang zum historischen Baubestand des Stadtteils bildet eine viergeschossige Ringbebauung, die großteilig seniorengerechte Wohnmöglichkeiten bietet und an ein kleinteiliges Nahversorgungszentrum anknüpft. Die gesamte Siedlung ist Verkehrsberuhigt geplant und mit niedrigerem Straßenquerschnitt versehen. Gemeinschaftsbereiche stehen in den Wohninseln, gruppiert um die zentrale Ellipse für alle Siedlungsbewohner zur Verfügung. Fensterflächen der Wohneinheiten sind auf Südlagen ausgerichtet.

Die Vergabe von Grundstücken erfolgte an Investoren, als das  Bebauungskonzept und Bebauungsplan gesichert waren. Diese Maßnahme ermöglichte eine heterogene Bewohnerstruktur: Öffentlich geförderter Wohnungsbau (68 %) neben freifinanzierten Bereichen (23 %), Genossenschaftswohnungen und Wohnungen im Eigentum (8 %).

Siedlung Küppersbusch, Gelsenkirchen

Bauherren:
THS GmbH, Gelsenkirchen; 83WE
Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft (Dortmund); 48WE
Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft GWG (Gelsenkirchen und Wattenscheid) eG; 14 WE
Fa. Heidemann Bauunternehmung (Gelsenkirchen); 16 WE
Fa. Bau + Grund Immobilien GmbH, (Gelsenkirchen); 42 Eigenheime
Gelsenkirchener  Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft GGW, Fa. Philipp Hausbau GmbH ( Oberhausen) 23 WE
Stadt Gelsenkirchen; Kindergarten

Architektur
Städtebau und Wohnungsbau: Szyszkowitz-Kowalski (Graz), BauCoop. Arthur Mandler (Köln)
Kindertagesstätte und Freiraumgestaltung: Büro Szyszkowitz-Kowalski (Graz) mit Büro Brandenfels (Münster)

Planungszeitraum: 1991 – 1996

Fläche / Größe: 7,5 ha; 267 Wohneinheiten