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Scharoun. Schule. Stadt.

Hans Scharouns Umgang mit Raum in Bezug auf das kindliche Wesen lässt sich an der von ihm entworfenen und 1979 fertig gestellten Schule an der Westfalenstraße in Marl gut nachvollziehen: Überschaubar und verwinkelt sind die Räume für die Kleinsten. Von einer klaren, rationalen Formensprache sind die Klassenzimmer der Oberstufe. Und immer wieder ist in diesem Gebäude die sukzessive Begegnung mit Gleichaltrigen und schließlich das gemeinschaftliche Erleben angelegt. Von diesem Gebäude lernen – das war Ansatz einer Ausstellung im Jahr 2008 im Foyer der Schule.

Der Schulbau von Hans Scharoun

Der Marler Schulbau des Architekten Hans Scharoun gilt zu Recht als eines der bedeutendsten Beispiele der modernen Nachkriegsarchitektur in Nordrhein-Westfalen. Mit der Marler Schule bekam Scharoun die Gelegenheit, einen beispielhaften Lernraum zu verwirklichen: angefangen bei den "nestartigen" und "geheimen Bezirken" für die Schüler der Unterstufe bis zu den "rationalen" Denkräumen der Oberstufe. Ihnen allen gemein ist, dass sie das Gefühl, des „Zuhauseseins“ vermitteln. Im Zentrum der vergleichsweise großen Schule steht eine muschelförmige Aula, um die sich die „Schülerwohnungen“ gruppieren.
Insgesamt neun Schularchitektur-Projekte Scharouns sowie die Marler Schule im Besonderen mitsamt ihren innovativen Raumlösungen wurden im Rahmen der Ausstellung gewürdigt. Dass ein qualitätvoller Schulbau optimale Voraussetzungen für Unterricht und soziale Entwicklung mit sich bringt, wird hier deutlich.

Das Symposium

Den Auftakt bildete das 1. Marler Symposium: „Lernraum Schule“ in der Aula der Scharounschule. Psychologen, Schulpädagogen und Architekten diskutierten gemeinsam über den Lernraum Schule und über die Wechselwirkung von Architektur und Pädagogik.

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Andere Räume. Hans Scharouns Schularchitektur“ nutzte den Ort als größtes Ausstellungsexponat, um seine Schularchitektur mit ihren innovativen Raumlösungen zu thematisieren. In neun Stationen  wurde das Werk Hans Scharouns gezeigt – fokussiert auf sein architektonisches Schaffen im Bereich der Schularchitektur: Präsentiert wurden Pläne, Zeichnungen, Modelle, Filme, die seine pädagogischen Ansätze verdeutlichen. Dabei wurden sowohl gebaute Objekte als auch – erstmals - nie umgesetzte Schulentwürfe gezeigt.
Teile des 1970 fertig gestellten, unter Denkmalschutz stehenden, „organisch gewachsen“ anmutenden Ensembles sind zur Zeit nicht mehr nutzbar, in anderen Gebäudeteilen findet der lebhafte Betrieb der städtischen Musikschule statt.

Die Exkursionen

Stadtexkursionen mit dem Titel „Marl. Wie entstand eine Stadt?“ rundeten das Programm ab: Sie widmeten sich den unterschiedlichen architekturhistorischen Phasen der Stadt und richteten sich an alle architektur- und kulturinteressierten Bürger.

Die Veranstalter

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

  • BDA-Ruhrgebiet
  • Kunsthistorisches Institut der Ruhr-Universität Bochum
  • Stadt Marl / Skulpturenmuseum Glaskasten Marl / Musikschule Marl
  • M:AI Museum Architektur und Ingenieurkunst NRW

  • Mit Unterstützung des Initiativkreises ScharounSchule Marl und der Akademie der Künste, Berlin, sowie der Vestischen Straßenbahnen GmbH

Ausstellungszeitraum

05.2008 - 06.2008