Erst wenn der Investor ein Bauherr ist, der Developer ein Stadtbaurat, der Käufer ein Eigentümer, der Architekt ein Baumeister, die Immobilie ein Haus, wenn die Stadt begreift, dass Baukultur wichtiger ist als Arbeitsplätze um jeden Preis, wenn Bewohner und Beschäftigte sich als Bürger fühlen, zu Hause sind und lange bleiben, dann entstehen Neubauten, die auch zu Stadt werden.
Roland Günter
Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet ist eines der größten Ballungszentren Europas und das größte in Deutschland mit einer Fläche von 4,500 Quadratkilometern, auf denen 5,3 Millionen Menschen leben.
Das Ruhrgebiet, zusammen gewachsen aus seiner Vielzahl von kleineren und größeren Städten, ist eine Metropole. Viele wissen dies noch immer nicht, andere wollen es nicht wissen. Diese Metropole hat mehr Zukunft als viele der Metropolen der Welt, denn sie besteht aus Netzwerken. Dadurch hat die Metropole Ruhrgebiet die Chance, nicht durch „Überhäufung“ zu explodieren. Das moderne Konzept ist das Dezentrale.
Das Ruhrgebiet schaut sich an und versteht sich wie ein Roman. Ein Roman über eine der spannendsten Landschaften der Welt. Hier trifft sich alles. Das Terrain ist ein Kosmos.
Das Ruhrgebiet erhielt erst durch die IBA einen Umgang mit seiner Geschichte. Hier wurde eine Beschäftigung mit der Geschichte zur Sozial- und Kulturgeschichte. Es entstanden Geschichtswerkstätten, Betroffene schrieben ihre eigene Geschichte.
Das Ruhrgebiet hat viele natürliche Reize. Was ist das Reizvolle an der Region? In erster Linie – das wird meist vergessen, aber es ist am wirksamsten – die Atmosphäre.
Das Ruhrgebiet ist spannend. Es gibt dort auch viel Schönheit – aber anderer Art als die herkömmlichen Klischees.
