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Landschaft Mechtenberg

Bochum, Essen, Gelsenkirchen

Mit 80 Metern ist der Mechtenberg im Osten von Essen gelegen, einer der wenigen natürlichen Hügel in der zentralen Ruhrgebietsregion. Bereits in der Ortsgeschichte wahrgenommen, wurde die bewaldete Spitze mit einem Bismarckturm gekrönt. Rund um diesen landschafts- und kulturgeschichtlich bedeutenden Hügel befinden sich auf 290 Hektar unterschiedliche Landschaftsbestandteile, die heute für den gesamten Emscherraum typisch erscheinen: Felder mit landwirtschaftlichen Betrieben, mit Erde bedeckte Deponiebauwerke, ein Feuchtbiotop in einem Bergsenkungsgebiet, Waldreste, betonierte Bachläufe des Emschersystems, ein Netz aus Hochspannungsleitungen, eine stark befahrene Bundesstraße (B 227) und Bahntrassen lassen ein ruhrgebietstypisches Bild im Zentrum der Region entstehen.

Dieser Landschaftsraum am südlichen Rand des regionalen Grünzugs C sollte erhalten und behutsam im Verbund mit Flächen der Zeche Rheinelbe zu einem Naherholungsgebiet für die angrenzenden Stadtteile entwickelt werden. Ausgangspunkt des Projekts waren Untersuchungen zur Rahmenplanung des regionalen Grünzugs C im Emscher Landschaftspark zu Beginn der 1990er Jahre. Ein Entwurfsseminar, besetzt mit Künstlern, Landschaftsarchitekten, Bürgern und Vertretern der Städte und der Regionalvertretung, entwickelte Ideen für temporäre und dauerhafte Nutzungen, für Inszenierung des Mechtenbergs. Weitere Pläne sahen eine Öffnung des Gebietes durch Fuß- und Radwege, durch  Brücken, die Sicherung der Biotope, die Aufwertung der Landschaft durch Aufforstung, Baumpflanzungen und Obstwiesen sowie die Verknüpfung der Flächen im Netzwerk des Emscher Landschaftsparks vor.

Als ein Ergebnis des Prozesses wurde der Osthang des Mechtenbergs während der Laufzeit der IBA Emscher Park als Bühne für temporäre Landschaftskünste genutzt. Künstler versahen ihn mit Gravuren, Blütenbildern und inszenierten topografische Bodenskulpturen mit Blührastern. Schließlich markierte ein rotes solarbetriebenes „Positionslicht“ die Bergkuppe. Die Landschaftskünstler Martha Schwartz und Markus Jantsch (London) bildeten mit ihrer Installation „Powerlines “ 1999 die Abschlussinszenierung der entstandenen LandArtGalerie und schufen mit Kunst- und Toninstallationen ein spannungsreiches Gefüge aus sich zum Teil überlagernden Strukturen von streifenförmigen, schmalen Maisfeldern und Hochspannungsleitungen. Mit dem „Klangfeld der Steine” des Künstlers Thomas Link (Waal) ist neben den temporären Aktionen auch ein dauerhaftes Kunstwerk am Mechtenberg geschaffen worden.

Der Bereich um den Mechtenberg wird heute wieder landwirtschaftlich genutzt und steht für neue Inszenierungen, z. B. im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 zur Verfügung.

Landschaft Mechtenberg ( Bochum Essen Gelsenkirchen)

Projektträger: Regionalverband Ruhr RVR (Essen), Stadt Gelsenkirchen, Stadt Essen, Stadt Bochum

Architektur
Landschaftspark: RVR
Brücken: Planungsgemeinschaft Mechtenberg-Brücken Atelier Frei Otto (Warnbronn); Prof. Dr. Ing. Hilbers Ingenieurgesellschaft mbH (Berlin); Happold Ingenieurbüro GmbH (Berlin)

Planungszeitraum: 1994  - 1999

Fläche / Größe: 290 ha