Kunst als Motor der Landschaftsentwicklung
Die Betrachtung Kunst als Motor der Landschafts- und Regionalentwicklung zu sehen besitzt keine lange Tradition in Deutschland. Dennoch kann künstlerischer Aktion, Intervention und Inszenierung Raume verändern, qualifizieren oder diskutieren. Eine Besonderheit des regionalen Strukturprogramms IBA Emscher Park bestand in der frühzeitigen Einbindung der Kunst in Planungsprozesse der Landschaftsgestaltung. So konnten scheinbar funktionslose Bereiche zu Orten der Kunst umdefiniert werden und einzigartige Atmosphären entwickeln. Verbrauchte Flächen erhielten durch sie Alleinstellungsmerkmale und Qualitäten, die gleichzeitig zu neuen Wertigkeiten von Landschaft führte.
Auf diesem Ansatz der IBA Emscher Park beruhen die Landmarkenprojekte in der Region. Der 117,5 Meter hohe Gasometer in Oberhausen etwa, der spätestens mit der spektakulären Installation von Christo und Jeanne-Claude bundesweit von sich reden machte und seitdem ein gefragter Spielort für bildende und darstellende Kunst ist. Oder das filigrane Gerüst des Tetraeders, das zum Symbol für den neuen Umgang einer Region mit ihrer Industriegeschichte wurde. Buchstäblich und metaphorisch wurde aus der Vergangenheit „unter Tage“ ein mutiger Aufbruch in eine andere Zukunft.

