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Kläranlage Bottrop

Emscher

In Bottrop-Welheim, wo Emscher und Boye zusammenfließen, entstand die Kläranlage Bottrop. Errichtet auf dem Gelände der früheren Emscher-Flusskläranlage, ist sie die größere von zwei neuen Kläranlagen, die die Abwasserreinigung dezentralisieren. Ihre Kapazität ist groß genug, um ein Einzugsgebiet von ca. 240 km² und damit neben dem Emscherwasser auch Haushalts- und Industrieabwässer von vier Städten, zu reinigen.  

Bei der Planung wurde die Anlage in den regionalen Grünzug C des Emscher Landschaftsparks einbezogen. In einem beschränkten Wettbewerb für Planungsteams aus Architekten und Landschaftsplanern sollten Konzepte für den Gebäudebestand entwickelt werden: Technische Bauteile wurden dabei ebenso entworfen wie Freiflächen. Vorbild für die Gestaltung der neuen Anlage war die Industriearchitektur der 1920er Jahre. Die Kläranlage und die fünf entstandenen Hochbauten wurden vom Büro Jourdan und Müller PAS (Frankfurt a.M.) entworfen. Bestehende Anlagen wurden dabei in die neue Anlage integriert.

Ein mobiler Ausstellungspavillon, zur Zwischenpräsentation der IBA Emscher Park errichtet, zeigte den ökologischen Umbau des Emschersystems und moderne Techniken zur Abwasserbehandlung. Das Gebäude - mehrfach prämiert und bis 2001 vor Ort - war geprägt durch eine Stahlfachwerkkonstruktion. Sein gläsernes, schuppenartiges Dach ließ sich vollständig öffnen.

Die Landschaftsgestaltung des Klärwerks sucht die Einbindung der Anlage in die großräumige Parklandschaft des regionalen Grünzugs C, mit Rundwegen, die den von Bäumen gesäumten Emscher Radweg berühren, mit einer Aussichtsplattform und zahlreichen Bänken sowie mit einem künstlich geschaffenen Aussichtshügel, der Ausblicke in die Umgebung ermöglicht. Die vier, in der Nacht illumuinierten, riesigen Faultürme der Kläranlage sind dabei weithin sichtbare Landmarken. 

Kläranlage Bottrop

Bauherr: Emschergenossenschaft

Architektur
Kläranlage und Hochbauten: Jourdan & Müller
PAS Landschaftsgestaltung: Büro Landschaft, Prof. von Reiß (Kassel)

Bauzeit: 1991 - 1996

Einzugsgebiet: 240 km² ; Einwohnergleichwert 1,3 Mio.