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Dienstleistungspark Innenhafen

Duisburg

Das 89 Hektar große Areal des Innenhafens Duisburg liegt mit seinen Mühlen- und Speichergebäuden umgrenzt von zwei Autobahnen an einem Hafenkanal mit direkter Rheinanbindung. Ursprünglich (ab 900) als Hafenareal in Nachbarschaft zur Altstadt genutzt und bebaut, verlor das Gelände letztendlich mit dem Niedergang des Industriezeitalters in den 70 und 80er Jahren des 20. Jhrdts. seine Funktionen. Im Rahmen der IBA Emscher Park wurde die äußerst zentral gelegene Fläche zu einem Zukunftsprojekt der Stadt. Ziel war die Entwicklung eines Dienstleistungs- und Wohnstandort am Wasser, der sich durch architektonische Qualitäten in der Umnutzung historischer Hafengebäude und moderner Architekturen, eingebettet in Freiraumplanungen, auszeichnet. Heute besitzt das Areal und seine 40 Einzelprojekten überregionale Strahlkraft und wurde zu einem Markenzeichen der Stadt.

Grundlage des modellhaften und integrierten Standortumbaus war ein Masterplan von Foster + Partners aus London, der Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein Westfalens, der THS GmbH und Kaiser Bautechnik Duisburg als Folge eines städtebaulichen Wettbewerbs. Im nordöstlichen Teil, rund um den alten Hafenkanal, dominieren heute hochwertige Büro-, Dienstleistungs- und Gastronomienutzungen. Auf der Südseite wurden die meist denkmalgeschützten Speichergebäude für Büro- und Kulturzwecke umgenutzt. Durch den Bau eines Dammbauwerkes wurde in diesem Bereich der Fläche der Wasserspiegel in einem künstlichen Hafenbecken angehoben, um attraktive Promenadenwege entstehen zu lassen.

In zweiter Reihe entwickelte sich ein neues Wohnquartier unterschiedlicher Architekturen, dass über Grachtensysteme an das Hafenbecken angeschlossen ist. In der von Herzog & de Meuron, Basel umgebauten Küppersmühle ist das Museum für Gegenwartskunst eingezogen. Die ehemalige Wehrhahnmühle diente von 1999 bis 2007 als Sitz des ATLANTIS Kindermuseums. Ergänzt wurde die Skyline der alten „Speicherstadt” auf der Südseite durch neue Gebäudekörper. Eine Besonderheit stellt die von Schlaich Bergermann und Partner Stuttgart entworfene mobile Fußgängerbrücke im westlichen Teil des Hafens dar, mit der eine weitere Querung über den Kanal geschaffen wurde: Kippen die Brückenmasten nach außen, formt sich das Brückendeck zu einem Halbbogen, der auch die Passage größerer Schiffe im Bedarfsfall ermöglicht. Die Brücke ist eine von vielen, gestalterisch herausragenden Fußgängerbrücken, die bauliche Akzente im Emscher Landschaftspark setzen.

Nördlich der Fußgängerbrücke erstreckt sich das Bürogebäude Five Boats, dessen zum Wasser orientierter ovaler Baukörper an Schiffsrümpfe erinnert. Hier befindet sich auch die Marina Duisburg mit 133 Liegeplätzen. Ein weiteres Ziel der Hafenentwicklung bestand in der Öffnung des Geländes für Freizeit und Erholung. Entlang der historischen Stadtmauer bildet eine besondere  Parkkonzeption die Verbindung in die Altstadt Duisburgs. Eingebettet in den „Garten der Erinnerungen“ des Landartkünstlers Dani Karavan sind ein jüdisches Gemeindezentrum (Zvi Hecker, Tel Aviv) und ein Seniorenzentrum eingebettet. Der Park thematisiert durch eingearbeitete Gebäudefragmente ehemaliger Industriebauten die Vergangenheit des Ortes verbindet sich mit klassischen Parkideen zu einem Kunstraum. Den westlichen Abschluss der Grünanlage bildet das Steiger Schwanentor, ein Anleger für Ausflugsschiffe, ebenfalls im Rahmen der IBA vom Londoner Büro Foster + Partners London neu gestaltet worden ist.

Noch nicht realisiert wurde das im Masterplan am Holzhafen vorgesehene Kompetenzzentrum für Strukturwandel und erneuerbare Energien „Eurogate“ sowie Erweiterungspläne des Museums Küppersmühle durch das Büro Herzog & de Meuron Basel.

Dienstleistungspark Innenhafen Duisburg

Projektträger:Innenhafen Duisburg Entwicklungsgesellschaft mbH

Masterplan: Büro Foster + Partners (London)
Garten der Erinnerungen: Dani Karavan (Tel Aviv / Paris)
Beratung Bepflanzung: Danielzik + Leuchter Landschaftsarchitekten BDLA (Duisburg)

Planungszeitraum: Ab 1995

Fläche / Größe: 89 ha