Nordsternpark Gewerbe
Gelsenkirchen
Rund um die beiden ehemaligen Fördertürme des Nordsternparks gehen Freizeitnutzung und gewerbliche Nutzung nahtlos ineinander über. Auf dem Areal der ehemaligen Zeche Nordstern entstanden auf einer Fläche von 100Ha ein Landschaftspark, als Folge der Bundesgartenschau 1997 sowie ein integrierter Gewerbepark inklusive eines Parkhauses.
Mittlerweile prägend für das Areal sind die Bürobauten des Wohnungsunternehmens THS Wohnen GmbH, integriert in die ehemalige Sieberei der Zeche, und ein Neubau (1997) des ehemaligen Drogerie-Unternehmens Spinnrad, der heute Sitz der Bundesknappschaft geworden ist. Eine wesentliche Aufgabe beim Bau der THS Hauptverwaltung war die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles der Zeche Nordstern nach Plänen von Fritz Schupp 1926 errichtet.
Eine bauphysikalisch hochwertige Fassade verkleidet die einst als temporäre und vielfältig umnutzbare Gebäude errichteten Stahlskelettbauten. Das ehemalige Materiallager wurde nach einer weitgehenden Entkernung zur zentralen (Erschließungs-) Halle mit Treppen, transparenten Aufzügen und Sanitärkernen umgebaut. Außerdem bietet es Platz für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Die drei Obergeschosse sind der Büronutzung vorbehalten.
Der Umbau hat erheblich zur Qualität der vollständigen Transformation der ehemaligen Zechengebäude beigetragen. Rückwärtig grenzt das THS-Verwaltungsgebäude mit den integrierten Fördertürmen an das ehemalige Kesselhaus, das ursprünglich Teil eines Wohnprojekts werden sollte. Das Gebäude mit einer Länge von 98 m und einer Breite von ca. 22 m wurde bis auf die denkmalgeschützte Stahlfachwerkfassade abgerissen und mit Ausnahme der Stahlrahmenkonstruktion bis zum Fundament entkernt. Heute wird die Fassade durch eine Stützkonstruktion gehalten.
In das benachbarte Gebäude der ehemaligen Werkstatt und Schreinerei sind Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe eingezogen. Gemeinsam mit dem THS-Verwaltungsgebäude definiert das Spinnrad-Gebäude den Nordsternplatz, der ursprünglich als zentraler Platz der Bundesgartenschau fungierte, und von dem aus klare Wegeachsen zum östlichen Teil und über die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal in den Landschaftsparkbereich führen.
Der Nordsternpark stellt ein Großprojekt und Knotenpunkt im Rahmen des Emscher Landschaftsparks und eine grüne Verbindung der Stadtteile Gelsenkirchens dar.
Gewerbe- und Landschaftspark Nordstern, Gelsenkirchen
Bauherr: Bundesgartenschau Gelsenkirchen 1997 GmbH
Gewerbebauten (einschließlich Sieberei): THS GmbH (Gelsenkirchen), Spinnrad GmbH
Rahmenplanung Städtebau und Landschaftsgestaltung: Prof. Pridik + Freese Landschaftsarchitekten (Marl); PASD Feldmeier und Wrede (Hagen)
Künstler: Horst Rellecke (Möhnesee-Wamel)
Städtebauliche Gestaltung Nordsternplatz: Prof. Thomas Sieverts (Bonn)
Ausführungsplanung Nordgelände: Reims und Partner (Krefeld), Atelier H. Dreiseitl (Überlingen)
Sieberei: THS GmbH (Gelsenkirchen)
Gärten der Stadt: Heimer + Herstreit (Bochum), Prof. Pridik (Marl)
Insel: Büro Boyer (Duisburg)
Planungszeitraum: Seit 1997 (Bundesgartenschau)
Fläche / Größe: THS Hauptverwaltung


