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Die Emscher

Im östlichen Ruhrgebiet entspringt die Emscher, die das Ruhrgebiet in westlicher Richtung durchzieht, um dort in den Rhein zu münden. Dabei durchschneidet der kanalisierte Flusslauf das zentrale Ruhrgebiet.

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert siedelte entlang des Flusses die Eisen- und Stahlindustrie und der Bergbau. Damit bekam die Emscher eine industrialisierte Funktion, die in der Abwasseraufnahme und Weitergabe Richtung Rheinmündung bestand. Aufgrund des Absenkungsprozesses riesiger Flächen entlang der Emscher, resultierend aus dem Bergbau und dem überdurchschnittlich hohen Anteil versiegelter Flächen im zentralen Ruhrgebiet, kam es bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts zu Flutsituationen, die ganze Stadtteile und Industrieunternehmen unter Wasser setzten. Um auf diese Situation zu reagieren, schlossen sich Städte, Kommunen und Industrieunternehmen zum Ende des vorletzten Jahrhunderts in genossenschaftlicher Form zusammen, um den Emscherlauf zu regulieren und somit die Abgabemöglichkeit der industriellen Abwässer weiterhin zu gewährleisten, und Flutungssituationen zu kontrollieren. Es entstand ein Kanalsystem von 360 km Länge, dass die Zuflüsse wie auch den Emscher Hauptlauf umfaßt Das System führte über Jahrzehnte das meist ungereinigte und vom Oberflächenwasser nicht getrennte Abwasser, überirdisch von Ost nach West durch das Ruhrgebiet.

Mit dem Niedergang der Industrie verlor auch die Emscher viele ihrer Funktionen. In Modellprojekten begann die  IBA Emscher Park in Zusammenarbeit mit der Emscher Genossenschaft, dem Kommunalverband Ruhrgebiet und den beteiligten Städten kleinteilige  Renaturierungsprojekte für die Emscherzuflüsse zu entwickeln. Als Folge dieses Impulses entwickelte sich im Nachgang der IBA Emscherpark der Umbau der Emscher zu einem der größten Bauprojekte Europas. Die Rücknahme vieler Kanalsituationen, die Trennung von Abwasser und Reinwasser in separierte, teils verrohrte, unterirdische Läufe, die Renaturierung von Kanaluferflächen und deren Einpassung in qualitätvolle Stadtsituationen sollen am Ende zu einem grünen Emschertal im zentralen Ruhrgebiet führen.