Architektur im Aufbruch. Planen und Bauen in den 1960ern
Mit der Ausstellung widmet sich das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW der Architektur, die in der letzten Zeit besonders in der Diskussion steht: der Baukunst der 1960er und 1970er Jahre. Die Gebäude, die in dieser Zeit entstanden, sind mittlerweile in die Jahre gekommen und sehen nicht selten marode aus. „Sanierung oder Abriss?“ lautet nach fast 40 Jahren oft die Frage beim Umgang mit dieser Bausubstanz. Vor der endgültigen Antwort lohnt sich ein genaues Hinschauen. Die Ausstellung versucht dazu den differenzierten Blick auf die Zeit: Denn die Architektur der 60er Jahre ist mehr als Beton, Verdichtung oder Großform. „Architektur im Aufbruch“ skizziert den historischen Kontext und beleuchtet Hintergründe für das damalige Architekturverständnis: Technikbegeisterung, Fortschrittsglauben, Lossagung von der Vergangenheit. Sie beschreibt die Vielfalt der baulichen Lösungen: Großformen wie die Ruhr Universität Bochum oder das Aachener Klinikum, neue Wohnformen wie in Köln Chorweiler oder kleinteilige Entwürfe wie beim Wohnhaus Mayer Kuckuck, funktionale Formen wie beim Imbau-Spannbeton-Gebäude in Leverkusen oder die elegante Umsetzung amerikanischer Einflüsse wie beim Dreischeibenhaus in Düsseldorf.
Das M:AI als mobiles Museum ist im Jahr 2011 mit dieser Ausstellung zu Gast im Spanischen Bau in Köln. Kooperationspartner ist in Köln die GAG Immobilien AG. Sie wird ein Kapitel zum Thema Wohnungsbau addieren.
Im Jahr 2009 war das M:AI mit dieser Ausstellung in zwei Städten zu Gast: in Duisburg und in Bochum. Beide Male in Gebäuden, die exemplarisch für die Architektur der 60er und die aktuellen Probleme stehen: In Duisburg war es die skulpturale, in die Jahre gekommene Liebfrauenkirche. In Bochum wurde die Ausstellung im Foyer des Audimax der Ruhr-Universität gezeigt - zu einem Zeitpunkt - als ein Wettbewerb zur Sanierung und Neuorganisation der Hauptachse entschieden wurde.
- Idee und Gesamtkonzept: Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, M:AI
- Wissenschaftliches Konzept und Beratung: Prof. Dr. Thorsten Scheer, Peter Behrens School of Architecture Düsseldorf
- Ausstellungsarchitektur: Jangled Nerves, Stuttgart
Ausstellung
12. Oktober bis 3. November 2011 in Köln, Spanischer Bau
Öffnungszeiten:
mo, di, mi, fr: 8-18 Uhr; do: 8-20 Uhr; sa,so: 14-18 Uhr
Ein aktueller Beitrag zur Diskussion:
die Charta von Bensberg, verfasst von Architekten und Stadtplanern, die sich für den reflektierten Umgang mit der Architektur der 1960er -1980er Jahre ausgesprochen. Eine lesenswerte Publikation vertieft das Thema:
Michael Hecker (Hrsg.), Ulrich Krings (Hrsg.), Haus der Architektur Köln (Hrsg.)
Bauten und Anlagen der 1960er und 1970er Jahre – ein ungeliebtes Erbe? ISBN: 978-3-8375-0679-2, Klartext Verlag
Charta von Bensberg
Ausstellungsflyer zum Download
Information zu bisherigen Stationen der Ausstellung
Beiträge zur Diskussion:
Schwerpunkt der Ausstellung in Köln: Großsiedlungen
Interview mit Andreas von Wolff
Planen und Bauen in den 1960ern. Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Pehnt.
Architektur im Aufbruch. Interview mit Prof. Joachim Schürmann
Material-Experimente. Interview zur Architektur der 1960er Jahre von Univ. Prof. Wolfgang Döring